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Pubertät - Wenn dein Junghund plötzlich alles vergessen hat

  • Autorenbild: Alex Dankert
    Alex Dankert
  • 13. März
  • 3 Min. Lesezeit

Willkommen in der verrückten Junghundzeit!

Viele Hundehalter erleben es wie einen Schalter: Der Hund konnte schon einiges, war ansprechbar, lief (halbwegs) an lockerer Leine – und dann wirkt es, als wäre alles weg.


  • Der Rückruf klappt nicht mehr.

  • Hundebegegnungen eskalieren schneller.

  • Draußen ist dein Hund „taub“.


Aber: Das ist kein Beweis dafür, dass dein Hund „stur“ ist. Es ist ein Hinweis darauf, dass wir Training altersgerecht anpassen sollten – damit du später einen zuverlässigen erwachsenen Hund hast.


Was in der Pubertät beim Hund wirklich passiert

Junghunde befinden sich in einer Entwicklungsphase, in der

  • Körper und Hormonsystem reifen,

  • Emotionen intensiver erlebt werden,

  • Aufmerksamkeit schneller springt,

  • Impulskontrolle extrem schwierig ist.


Das Ergebnis ist oft ein Hund, der „mehr will“ (mehr Umwelt, mehr Kontakte, mehr Bewegung) und gleichzeitig weniger gut ruhig warten kann. Denn gerade auch der Teil des Gehirns, der fürs Denken und Erinnern zuständig ist, ist jetzt eine Großbaustelle.


Warum dein Junghund draußen schlechter hört als drinnen

Viele Menschen trainieren (unbewusst) in einer Umgebung, die zu schwer ist. Drinnen ist es ruhig. Draußen sind:


  • spannende Gerüche,

  • Bewegungsreize,

  • andere Hunde,

  • verlockende Wildspuren,

  • lustige Menschen.


Wenn die Erregung steigt, sinkt die Lern- und Entscheidungsfähigkeit. Dein Hund kann dann nicht „einfach so“ das gleiche Verhalten zeigen wie im Wohnzimmer. Das ist kein Ungehorsam, sondern Biologie.


Typische Pubertäts-Themen – und wie sie entstehen


Rückruf wird unzuverlässig

Nicht weil dein Hund dich „austestet“, sondern weil andere Dinge plötzlich extrem belohnend sind. Wenn dein Rückruf nicht konkurrenzfähig trainiert wurde, verliert er.


Leinenführigkeit wird schlechter

Junghunde sind körperlich stärker, geistig neugieriger und emotional schneller in Frust. Ziehen kann sich außerdem selbst belohnen („ich komme schneller hin“).


Begegnungen werden explosiver

Viele Junghunde erleben Frust oder Unsicherheit an der Leine. Sie wollen hin – oder weg – können aber nicht. Daraus kann Bellen, Ziehen oder Pöbeln entstehen.


Was jetzt wirklich hilft: Training in der richtigen Reihenfolge

Junghundetraining funktioniert am besten, wenn du drei Dinge kombinierst:


Management (Situationen kontrollieren)

Management bedeutet: Situationen so steuern, dass Lernen möglich bleibt und der Junghund keine unschönen Lernerfahrungen macht.


Grundlagen stärken (Orientierung, Aufmerksamkeit, Belohnungsqualität)

Junghunde brauchen klare, einfache Übungen, die sie gut meistern können:

  • Blickkontakt/Check-ins

  • Umdrehen mit dir

  • kurze Rückrufspiele

  • oft belohnen

  • erleben lassen: „bei mir lohnt es sich“


Schwierigkeit systematisch in kleinen Schritten steigern

Nicht „einmal im Feld probieren“, sondern schrittweise:

  • erst wenig Ablenkung

  • dann mehr

  • dann echte Alltagssituationen

Das ist der Unterschied zwischen „der Hund kann es“ und „der Hund kann es überall“.


Warum Strenge in der Pubertät fast immer nach hinten losgeht

Wenn ein Hund in einer emotional intensiven (und vor allem: sensiblen!) Phase viel "Korrektur" erlebt, steigt häufig:

  • Stress,

  • Frust,

  • Konfliktverhalten.


Und genau diese Emotionen sind der Nährboden für Leinenreaktivität, Rückrufprobleme und Übersprungshandlungen. Training wird in der Pubertät leichter, wenn dein Hund lernt, dass Orientierung zum Menschen Sicherheit bringt – nicht Ärger.


Junghundekurs bei Vintagedogs Darmstadt

Im Junghundekurs bei Vintagedogs in Darmstadt trainieren wir genau die Themen, die in der Pubertät wackeln:


  • Rückruf und Ansprechbarkeit

  • Leinenführigkeit und Orientierung

  • Begegnungssituationen

  • Frustrationstoleranz und Ruhe


Alltagstauglich, kleinschrittig und so aufgebaut, dass dein Hund wieder in einen lernfähigen Zustand kommt.


Häufige Fragen zur Junghund Pubertät


Wann beginnt die Pubertät beim Hund?

Das ist individuell: Wenn das körperliche Wachstum abgeschlossen ist. Wichtig ist weniger das genaue Alter. Wenn Verhalten und Emotionen instabiler werden, ist das ein gutes Zeichen dafür, dass die "Umbauarbeiten" begonnen haben.


Soll ich jetzt „mehr auslasten“, damit er müde wird?

Eher nicht. Mehr Aktivität kann einen aufgeregten Junghund auch noch höher drehen. Häufig ist ein Mix aus sinnvoller Beschäftigung und gezielter Entspannung sinnvoller.


Wird das wieder besser, wenn ich einfach abwarte?

Manche Dinge beruhigen sich, aber viele Muster werden durch Wiederholung stabil. Training in dieser Phase entscheidet oft, wie alltagssicher dein erwachsener Hund später ist.

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