Pubertät beim Hund: Warum dein Hund plötzlich so anders ist
- Alex Dankert
- 10. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Dein Welpe war doch schon „so gut“…
Er konnte schon so schön an der Leine laufen.
Hat auf dich geachtet.
Der Rückruf hat funktioniert.
Und jetzt?
er hört schlechter
ist schneller aufgeregt
reagiert plötzlich auf Dinge, die vorher kein Problem waren
Und du denkst:
Wtf! Was ist denn mit dem Hund jetzt los?
Die ehrliche Antwort:
Er wird langsam erwachsen und entwickelt.
Nicht zurück.
Sondern weiter.
Pubertät fühlt sich oft falsch an – ist aber genau richtig
Die meisten Hundehalter:innen erleben diese Phase so:
„Der testet seine Grenzen“
„Der will nicht hören“
„Der macht das extra“
Pustekuchen! Das ist Menschendenke.
Dein Hund verändert sich nicht, um dich zu ärgern.
Er verändert sich, weil sein gesamtes System im Umbau ist.
Und das ist mega anstrengend - für euch beide.

Was sich jetzt verändert
In der Pubertät passiert gleichzeitig ganz viel. Dein Hund entwickelt neue Interessen. Er wird unabhängiger, findet die Umwelt spannender denn je, sein Sozialverhalten ändert sich und Reize wirken intensiver.
Zum Beispiel:
mehr Interesse an anderen Hunden
weniger Orientierung an der Bezugsperson
stärkere Reaktionen auf Umweltreize
Warum sich das oft wie „Rückschritt“ anfühlt
Ganz einfach:
Weil Verhalten sichtbar ist.
Entwicklung aber nicht.
Du siehst:
Er "hört" nicht mehr.
Er reagiert impulsiver.
Er fährt leicht hoch - und schwer wieder runter.
Was du nicht siehst:
Das Gehirn arbeitet gerade auf Hochtouren.
Die typische Pubertäts-Realität
Viele Hunde zeigen jetzt:
schlechtere Impulskontrolle
mehr Frust
mehr Reaktivität
mehr Jagdverhalten
mehr „Außenorientierung“
Das ist kein Zufall.
Es ist Teil der Entwicklung.
Und nein: Das ist kein "Dominanzproblem"
Ganz wichtig: Dein Hund „übernimmt nicht die Führung“ - später übrigens auch nicht.
Er ist schlicht:
Überfordert, sensibler und mitten in einer umfassenden Umstrukturierung.
Die zweite sensible Phase
Ein Punkt, den viele unterschätzen: Die Pubertät ist eine zweite sensible Phase.
Das bedeutet:
Erfahrungen wirken stärker -
sowohl positiv als auch negativ.
Auch kleine Erlebnisse können Verhalten nachhaltig prägen.

Der größte Fehler, den viele jetzt machen
Mehr Druck,
mehr Kontrolle,
mehr „Durchsetzen“:
Genau das solltest du jetzt nicht tun. Es schadet viel - und nützt gar nichts.
Was dein Hund jetzt wirklich braucht
Sicherheit
Orientierung
Klarheit
Training, das zu seinem Zustand passt
Und nicht mehr Action, mehr „Funktionieren müssen“, mehr Stress!
Fazit
Dein Hund ist nicht schwieriger geworden.
Er ist in einer der wichtigsten Entwicklungsphasen seines Lebens.
Und genau hier entscheidet sich,
wie selbstbewusst, souverän und sicher dein Hund durchs Leben geht.
Im nächsten Artikel:
Was im Gehirn deines Hundes passiert – und warum er wirklich nicht so „kann" wie vorher.
Wenn du gerade mittendrin steckst
Wenn dein Hund:
schlecht runterkommt
schnell hochfährt
draußen nicht mehr ansprechbar ist
dann ist das kein Einzelfall.
Schreib mir kurz, was bei euch gerade los ist.
Ich helfe dir, das einzuordnen.



